Über 100 Stunden Hörbücher höre ich im Monat. In Monaten mit Urlaubszeit komme ich auch mal auf 140. Einhundertvierzig. Das weckt Ansprüche an eine passende App: Der Nachschub muss fließen. Die App soll gut nutzbar sein. Das Preis-Leistungsverhältnis soll stimmen. 

Hier fasse ich euch meine Erfahrungen zusammen. Ist keine Werbung; nichts gesponsort, bezahlt oder beauftragt. Schreibe nur den Blog-Beitrag, den ich vorher gerne gefunden hätte : )

In diesem Beitrag bespreche ich:
- OnLeihe
- Spotify
- BookBeat
- Storytel
Alex mit Kopfhörern lacht in die Kamera, größer daneben ein Handy auf peppigem Hintergrund mit dem Schriftzug "Welche App für Hörbücher?"

Gut gefüllte Vorratskammer, aber renovierungsbedürftig: die OnLeihe

Preislich unschlagbar und sowieso vor allen anderen (d. h. allen Konzernen) unterstützenswert ist die OnLeihe! Mit einem Bibliotheksausweis öffnen sich ihre Tore.

Mit meinem hohen bzw. immer höher werdenden Hörpensum bin ich dort auf Dauer leider an Grenzen gestoßen:
Mein mehr-mehr-mehr konnte nicht mehr befriedigt werden – wenn es um um neue Titel ging. Ein großer Schmerzpunkt ist aber auch die App selbst. Man muss es wirklich sehr ernst meinen und über gestrige Usability hinwegsehen können, um zum Hören zu kommen. Und auch dann gilt es, den Player zu handlen, auf dem man viel zu leicht im Hörfortschritt “verrutschen” kann. Einen Pluspunkt vergebe ich hingegen für das, was weniger offensichtlich ist: Datenschutz wird hier großgeschrieben. Es gibt keine Statistik, keine andere Erhebung der Nutzung oder nutzenden Person.

Grundsätzlich also nichts als Liebe von mir für die OnLeihe, aber ich muss weiterziehen. Wo ich nicht hin will: Zum großen A. Das bekommt kein Geld von mir für (Hör)Bücher und das Abo-Modell dort finde ich ohnehin unterirdig. Meine nächste Station war also eine App, die ich bereits nutzte.

Sofort aussortiert für Hörbücher: Spotify

Es könnte so schön sein. Habe eh schon Spotify Premium. Warum nicht dort auf dieselbe Rechnung auch Hörbücher konsumieren?
Meine Antwort: Weil Spotify dir extra Beine stellt, die das Hörbuch hören unangenehm machen. Die Plattform ist auf Musik optimiert und das ist auch gut so? (And don’t get me even started darüber, was in Spotify eingesperrte Podcasts angeht). Audio ist eben nicht gleich Audio.

Streaming von Hörbüchern stellt andere Anforderungen als Streaming von Musik. Dies sehe ich nicht berücksichtigt auf Spotify. Der aus meiner Sicht größte Dealbreaker: Die Playlists, die dir Spotify auf Basis von dem, was du gehört hast, erstellt, werfen Musik und Hörbücher in einen Streaming-Topf. Dann wird zwischen deinen Lieblingssongs auf hoher Lautstärke plötzlich ein random Kapitel aus einem Hörbuch abgespielt. No-Go! Und kann mir doch keine*r erzählen, dass Spotify das nicht trennen könnte?!
Nach Hörbüchern zu stöbern bringt auch eher Frust, da natürlich spezialisierte Filter fehlen und man durch Playlists mit den abgelegten ersten Kapiteln scrollen muss (noch nerviger, wenn in Genre-Playlists sogar jeweils alle Kapitel abgelegt wurden). Unübersichtlich much!

Was meine Enttäuschung lindert: Gäbe für mich sowieso zu wenig Auswahl in Spotifys Hörbuch Fundus. Hierhin kehre ich ausschließlich für Musik zurück.

Hand mit Bücherstapel Kopfhörer und Audiospur im Display. Daneben ein Zitat von Alex
„Ich höre bis zu 140 Stunden Hörbücher pro Monat. Das weckt Ansprüche an eine passende App: Der Nachschub muss fließen. Die App soll sehr gut nutzbar sein. Das Preis-Leistungsverhältnis muss stimmen.”

Abos künstlich begrenzt, und zwar zweifach: BookBeat

Habe mich quer durch sämtliche Hörbuch-Apps geklickt. Fast alles mal runtergeladen, jeweils ein paar Serien gesucht, die für mich ein Muss sind. Sofort deinstalliert, wenn schon diese nicht dort abrufbar waren. Am Ende blieb BookBeat (obwohl auch dort nicht alles im Sortiment war). Habe mir das höchste Abo-Modell geklickt. 100 Stunden. Dachte anfangs, alles drüber könnte ich ja noch mit der OnLeihe aufstocken.

Habe aber den Sog dieser Apps unterschätzt : ) Schnell hast du dort Merklisten, möchtest Bewertungen für Gehörtes hinterlassen und guckst fasziniert auf deinen Stunden-Count. Anderswo “Fremdhören” würde natürlich alles durcheinander bringen! ; ) Zudem: Einmal das Schlaraffenland betreten, wo alles immer direkt verfügbar ist, finde ich nicht mehr in das Ausleihen-Prinzip der OnLeihe zurück, bei dem du auch mal Tage, Wochen oder Monate warten musst, bis ein Hörbuch verfügbar ist.

Leider waren die 100 Stunden bei mir unfassbar schnell weggehört. Im Dezember mit mehreren freien Tagen, saß ich einfach schon nach zwei Wochen auf dem Trockenen. Denn BookBeats höchstes Bezahlmodell hat zwei eingebaute künstliche Begrenzungen:
100 Stunden.
Für einen Monat.

Ärgerlich. Denn ihr könnt es euch denken: Danach werden dir 20 Stunden zum zusätzlichen Kauf angeboten. Harte Währung. Ähnlich “verkaufsorientiert” und -optimiert ist die App aufgebaut. Gleich drei Tabs sind dafür belegt, immer weitere Hörbücher anzupreisen: die Tabs heißen “Inspiration”, “Kategorien” und “Suche”.

Aber wer hat schon Probleme, neuen Hörstoff zu finden? Was Nutzer*innen brauchen, ist doch vielmehr ein direkter Weg zu bereits Gespeicherten und Angefangenen? “Meine Bücher” heißt dieser Bereich auf Bookbeat und der hat keinen eigenen Tab. Er ist im Inhalt des “Home Tab” geparkt, an zweiter Position. Nee, BookBeat. Für mich passt das so alles nicht. Schade um deinen hübschen Namen. Ich sage: Auf Wiederhören!

Alle Hörbuch-Schotten auf: Storytel

Nun bin ich also bei Storytel gelandet. Ein bisschen schade natürlich um die Bewertungen, und gespeicherten Titel, die ich schon auf BookBeat gespeichert hatte. Aber ich fühle mich schnell getröstet und habe im App-umdrehen wieder aufgeholt.

Hier bezahle ich monatlich so viel wie bei BookBeat, habe aber keine eingebaute Begrenzung, was die Hörstunden oder Zeitachse angeht. Erleichtertes und genüssliches Aufatmen.

Einziger Wehmutstropfen für mich: Finde wirklich einige der Titel und Serien, die ich noch in Station Nummer 1 (OnLeihe) ins Hörbuch-Herz geschlossen habe im Storytel-Katalog nicht im Angebot. Mir ist das bisher besonders bei jenen Reihen aufgefallen, die zwischenzeitlich verfilmt oder zu Serien gemacht wurden. Irgendwas mit Rechten und Einkaufspreisen für die kommerziellen Plattformen? Nun gut, für solche Fälle behalte ich also doch noch mal die OnLeihe im Hinterkopf.

Ein leichtes Kritikhüsteln möchte ich noch in Richtung Qualität der Conten-Pflege absenden: Wie schon anklang, höre ich gerade vor allen Dingen Serien, also Hörbuchreihen. Es ist gute App-Schule, die zugehörigen Titel zu gruppieren. Bist du bei einem Titel, kannst du mit Klick auf den Reihen-Tiel alle anderen sehen. Eigentlich. Bei Storytel ist es mir schön häufig passiert, dass eine Reihe nicht stringent gruppiert, sondern in bis zu drei oder vier getrennten Gruppen abgelegt wurde – oder in gar keiner . Nicht gut. Sucht man dann nicht hartnäckig nach weiteren Titeln, kann man bereits veröffentlichte Fortsetzungen verpassen.

Ansonsten habe ich so eine lange Vergleichsliste der beiden Apps von BookBeat und Storytel in petto, dass ich euch diese in einem zweiten Beitrag präsentieren werde.

Mein Fazit: Welche App für Hörbücher?

Der erste Anlaufort sollte die OnLeihe sein: günstig, großes Angebot der öffentlichen Bibliotheken. Unterstützendwert vor großen Konzernen. Wer super viel hört und alles direkt und neu braucht, könnte mal Storytel für sich ausprobieren (allerdings happiger Preis).


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